Performance Check einer Solaranlage


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Erträge Wunstorf erstes Betriebsjahr

Seit Mitte März 2019 produziert die Anlage in Wunstorf bei Hannover Solarstrom. Wollen wir uns nun ansehen wie aus Plan Realität wird, wie war die Performance? Wir haben die Anlage zunächst mit 900, nach einer Neuplanung mit 960 Vollaststunden projektiert. Die erste Planung ging von einer Ost-Westausrichtung aus, die Umplanung von einer 15 Grad aufgeständerten Südausrichtung.

Wie erfasst man die Performance einer Solaranlage?

Vollaststunden oder kwh/kwp ist das Maß um Solarerträge verschiedener Anlagen vergleichbar zu machen. Man dividiert die erzeugten kwh durch die installierte Leistung (kwp). In Deutschland schwankt der Wert der Vollaststunden einer Photovoltaikanlage zwischen 850 bis 1100 kwh/kwp. Das ist im Wesentlichen abhängig von der Ausrichtung der Anlage und dem Standort. Eine nach Süden ausgerichtete Anlage bringt bessere Erträge als eine mit Ost oder West Ausrichtung. Eine Anlage in Bayern liefert bei vergleichbarer Ausrichtung in der Regel bessere Erträge als in Niedersachsen. In diesem Fall haben wir entschieden die Anlage nach Süden auszurichten. Dafür haben wir die Module aufgeständert. Beim Aufständern der Module, müssen die Abstände zwischen den Reihen etwas größer gemacht werden. Sind die Abstände zu gering verschatten sich die Module gegenseitig und das führt zu deutlichen Ertragsverlusten. Durch das Aufstellen der Module verliert man allerdings „Fläche“, was aber bei diesem Projekt kein Problem war, da man nicht über 750kwp installierte Leistung kommen wollte. Über 750 kwp installierter Leistung verändern sich die Bedingungen unter denen man einspeisen darf.

Houston, haben wir ein Problem?

Die Fernüberwachung (SolarLog) an den Wechselrichtern maß einen Ertrag von 962 kwh/kwp, das liegt voll im Rahmen der Planung (http://ventociraptor.self.logger.solar/analysis.html). Abgerechnet, also bezahlt, hat der Netzbetreibers nur 908 kwh/kwp . Woher kommt diese Differenz?

Zunächst ist zu beachten, dass der erzeugte Strom bei negativen Börsenpreisen die 6 oder mehr Stunden am Stück andauern nicht vergütet werden. Das gilt für Solaranlagen die nach 2016 erbaut und mehr als 500kwp installierte Leistung haben. Das waren dann schon 23 Vollaststunden. Bedauerlicherweise ist dieser Ausfall tendenziell ansteigend.
Die Anlage in Wunstorf speist aufgrund ihrer Größe in die Mittelspannungsebene ein. Dafür musste eine Trafostation errichtet werden. Bei der Umwandlung fallen hier 3% Verluste an. Der Abrechnungszähler befindet sich hinter der Transformation.

Am Ende wird alles gut…

In Summe sind wir allerdings auf Plan. Die nicht vergüteten Stunden waren aufgrund der Erfahrung der letzten Jahre in dem Maß nicht abzusehen. Die Trafoverluste waren eingerechnet, da alle wirtschaftlichen Kalkulationen auf 900 Vollaststunden abgestellt waren.

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